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Dem Zillertaler Grundwasser auf der Spur

 Von Ende Januar bis Ende März fanden im Zillertal zwischen Fügen und Aschau an insgesamt zwölf Stellen Bohrungen statt, an denen Grundwasser-Messstellen errichtet wurden. Ziel dieser Arbeiten im Auftrag des Landes Tirol ist die Erkundung des Grundwasserpotenzials und Erstellung von Grundwasserschichtenplänen. Bis Anfang 2022 soll dieser wichtige Baustein zur Erreichung der Energieautonomie Tirols 2050 vorliegen, eine erste Messkampagne wurde unter dankenswerter Unterstützung aller Beteiligten bereits Ende März durchgeführt.

„Mit dieser Grundlagenerhebung wollen wir Bauherren eine Entscheidungshilfe bei der Wahl ihres künftigen Heiz- oder auch Kühlsystems bieten. Wer sich für eine Grundwasser-Wärmepumpe interessiert, hat durch die Grundwasserschichtenpläne handfeste Vorteile. Zum einen ist schnell klar, ob eine solche Energienutzung überhaupt infrage kommt. Und wenn ja reduzieren sich die Planungskosten je nach Anlage um 1.000 bis 2.000 Euro“, begründet Energiereferent LHStv Josef Geisler die Landesinitiative. Für die Errichtung einer 30 Meter tiefen Grundwassersonde in der Gemeinde Aschau hat Herr Geisler dankenswerter Weise ein eigenes Grundstück zur Verfügung gestellt.

Im Rahmen des Projekts werden die Mächtigkeit, Ergiebigkeit und Fließgeschwindigkeit des Grundwassers erkundet. Damit kann das geothermische Potenzial des Grundwassers im mittleren Zillertal erhoben werden. „Mit den Grundwasserschichtenplänen schaffen wir eine wichtige wasser- und energiewirtschaftliche Planungsgrundlage und die Voraussetzung für eine geordnete Nutzung des Grundwassers“, führt Markus Federspiel, Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft, aus.

Abgewickelt wird das Projekt von der landeseigenen Wasser Tirol. Geschäftsführer Rupert Ebenbichler: „Im Zuge des Projekts werden insgesamt zwölf Sonden mit einer Tiefe zwischen neun und 44 Metern gebohrt. Sie bilden gemeinsam mit 33 bestehenden Sonden die Basis für die Messungen, die bei Grundwasserniedrigstand im Winter und Grundwasserhochstand im Sommer durchgeführt werden.“ Bei gutem Verlauf der Arbeiten und der nachfolgenden Messkampagnen werden die Grundwasserschichtenpläne Ende dieses Jahres vorliegen. Die Projektkosten betragen ca. 240.000,- Euro.

Für das vordere Zillertal liegen bereits seit Mitte 2017 Grundwasserschichtenpläne vor. Wurden zum damaligen Zeitpunkt 14 Gebäude mit Grundwasser-Wärmepumpen beheizt, werden aktuell bereits 23 Grundwasser-Wärmepumpen in diesem Gebiet verzeichnet. Insgesamt könnten zwischen Strass und Fügen 700 Niedrigenergiehäuser sauber und effizient mit Grundwasser beheizt oder auch gekühlt werden. Um die Wärmepumpentechnologie noch attraktiver zu machen, bietet das Land Tirol sowohl über die Wohnbauförderung als auch über eine eigene Impulsförderung interessante Fördermöglichkeiten an.

„Für die Erreichung der Energieautonomie Tirols 2050 und den Ausstieg aus fossilen Energieträgern spielt die Energiegewinnung aus dem Grundwasser, dem Erdreich und der Luft, eine bedeutende Rolle in der Wärme- und Kälteversorgung“, präzisiert Geisler. Rund ein Sechstel der gesamten Nutzenergie sollen bis zum Jahr 2050 aus Umweltwärme kommen. Neun von zehn neuen Einfamilienhäusern und fast fünf von zehn sanierten Eigenheimen sollen dann mit Umweltwärme versorgt sein.